Stabile Gesamtsituation in außergewöhnlichen Krisenzeiten

Auf erfolgreichem Kurs: Sabine Steidinger, Mitglied des ZENTRAG-Vorstandes, Michael Boddenberg, Vorsitzender des ZENTRAG-Aufsichtsrates, und Anton Wahl, ZENTRAG-Vorstandssprecher, konnten im Rahmen der Generalversammlung auf solide Bilanz-zahlen der Genossenschaftsgruppe für das Geschäftsjahr 2021 verweisen.

Frankfurt.- „Der erfolgreiche Restart unserer Fachmesse IFFA und die erfreulich hohe Beteiligung von Seiten der Aussteller sowie der Fachbesucher beweisen eindrucksvoll, dass das deutsche Fleischerhandwerk weiterhin eine zentrale Säule im Lebens-mittelmarkt darstellt. Dieser Erfolg beruht auf vielen positiven Faktoren des Handwerks, wesentlich auf unserer traditionellen, soliden Gesamtstruktur und damit auf einem starken Netzwerk, dessen Basis die ZENTRAG eG als grundlegender Großhandels- und Dienstleistungsverbund unserer Branche bildet“, betonte Michael Boddenberg, Aufsichtsratsvorsitzender der Zentralgenossenschaft des europäischen Fleischergewerbes, zu Beginn der ZENTRAG-Generalversammlung, die jetzt in Frankfurt stattfand.

Boddenberg ergänzte, dass das Fleischerhandwerk und die Genossenschaftsgruppe gut durch die Corona-Krise gekommen sind. Die Anforderungen in der aktuellen Extremlage, die durch den Ukraine-Krieg, Inflation, Warenverknappung und Marktturbulenzen geprägt sei, wären zwar erheblich. Trotzdem zeigte er sich zuversichtlich: „Ich bin optimistisch, dass unsere Branche auch diese Krisen meistern wird. Genauso, wie sie es in ihrer 75-jährigen Geschichte immer wieder geschafft hat.“

Beleg dafür war auch eine filmische Dokumentation, die als eindrucksvoller Einspieler zum Auftakt der Generalversammlung gezeigte wurde. Eine spannende, kompakte Zeitreise zu den wesentlichen Etappen der 75-jährigen Unternehmensgeschichte der ZENTRAG, die sich entlang der Weltereignisse der letzten Jahrzehnte kaleidoskopisch entwickelte. Das Panorama zum 75-jährigen Bestehen der ZENTRAG, das in diesem Jahr gefeiert werden kann, markierte die großen Krisen und Veränderungen vergangener Zeiten, aber gleichrangig auch ihre positiven Ereignissen, guten Nachrichten und Fortentwicklungen.

Mit dem positiven Motto „Chancen aus der Krise“ war entsprechend auch der ZENTRAG-Geschäftsbericht 2021 überschrieben, dessen Kernzahlen - neben den Themen Markttrends, zukünftige Projekte und Perspektiven - im Mittelpunkt der Generalversammlung standen.

Anton Wahl, Vorstandssprecher der ZENTRAG, und Sabine Steidinger, die seit Anfang 2022 ebenfalls dem ZENTRAG-Vorstand angehört, moderierten gemeinsam die Versammlung und erläuterten die elementaren Punkte der Bilanz sowie die zukünftigen Aussichten.

Anton Wahl stellte dazu einleitend fest: „Wir haben gelernt, mit schwierigen Lagen umzugehen. Etwa mit der Corona-Krise. Trotz dieser Umstände waren der Status sowie die wirtschaftliche Situation der ZENTRAG in den letzten Jahren stabil und erfreulich. Dies gilt auch für das Geschäftsjahr 2021. Die derzeitigen Herausforderungen sind aber massiv. Wir befinden uns gerade in einer Art von Mangelwirtschaft, die frühere Gewissheiten zur Makulatur macht. Niemand kann mehr vorhersagen, was in ein paar Monaten ist. Umso mehr müssen wir uns auf unsere Stärken und unsere Top-Themen bzw. -herausforderungen konzentrieren. Erstrangig gilt dies aktuell für die Warenversorgung. Aber auch Themen wie Digitalisierung, Regionalisierung, neue und alternative Umsatzressourcen, Personalmangel und Nachhaltigkeit dürfen wir nicht aus den Augen verlieren.“

Solide Aufstellung des ZENTRAG-Verbundes
Auch im zurückliegenden Krisenjahr 2021 kann die ZENTRAG eG auf eine stabile Bilanz verweisen. Die ZENTRALE und ihre angeschlossen Wirtschaftsorganisationen sind gemeinschaftlich solide aufgestellt. Angesichts der heftigen Turbulenzen unterstreicht das Gesamtergebnis 2021 abermals die grundsätzliche Sicherheitsfunktion, Robustheit und Effektivität der Genossenschaftsgruppe. ZENTRAG-Vorständin Sabine Steidinger unterstrich dieses positive Resümee in ihrem kompakten Vortrag, in dem die elementaren Kennzahlen erläutert wurden.

Umsatzentwicklung 2021 der ZENTRAG eG
Aufgrund der schwierigen Marktverhältnisse unter Corona-Lockdown-Bedingungen, die vor allem den Gastronomie-Sektor betrafen, verzeichnete die ZENTRAG eG im Geschäftsjahr 2021 ein leichtes Umsatzminus von 0,4 Prozent (insgesamt: 272,05 Mio. Euro/Vorjahr: 273,07). Allerdings ist dieses Ergebnis wesentlich auf die extrem schwierigen Lockdown-Monate Januar und Februar zurückzuführen. Die Entwicklung im Eigengeschäft war mit plus 3,1 Prozent positiv. Die Umsätze stiegen auf 105,0 Mio. Euro (Vorjahr: 101,9 Mio. Euro). Das Zentralregulierungsgeschäft war mit -2,5 Prozent rückläufig (insgesamt: 167,0 Mio. Euro/Vorjahr: 171,2 Mio. Euro). In den Waren-bereichen verzeichneten die Segmente Fleisch -5,2 Prozent, Geflügel plus 7,6 Prozent, Lebensmittel minus 1,5 Prozent, Maschinen plus 6,5 Prozent und Fleischerei-bedarf plus 6,7 Prozent. Die Stärken des Fleischereibedarfs- und Maschinen-Sortiments trugen somit die positive Eigengeschäftsentwicklung.

Entwicklung der Mitgliedsbetriebe
Die Zahl der Mitglieder der ZENTRAG eG betrug im Bilanzjahr insgesamt 88, darunter befanden sich auch dem Fleischerhandwerk verbundene Verbände und Innungen. Die Umsatzentwicklung der angeschlossenen 40 genossenschaftlich strukturierten Großhandelsbetriebe war im Berichtszeitraum pandemiebedingt mit minus 0,6 Prozent leicht rückläufig. Der Gruppenumsatz aller angeschlossenen Wirtschafts-organisationen betrug 2021 inklusive Häuteverwertung, Dienstleistungen und eventueller Produktion 819,0 Mio. Euro (Vorjahr: 823,7 Mio. Euro).

Der durchschnittliche Jahresumsatz der 40 Genossenschaften konnte von 20,1 Mio. Euro auf 20,5 Mio. Euro wiederum gesteigert werden. Die Jahresumsätze der Wirtschaftsorganisationen variieren dabei stark: In der Spitze liegen sie bei über 105 Mio. Euro, im unteren Bereich beginnt es bei 650.000 Euro. Die Anzahl der ganzjährig beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter blieb relativ konstant bei 2204 Personen (Vorjahr: 2203 Personen) Die Höhe der Sachinvestitionen im Berichts-zeitraum betrug insgesamt rund 10,7 Mio. Euro (Vorjahr: 11,7 Mio. Euro).

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