Personal im Fleischerhandwerk dringend gesucht

Eine Befragung, die der Deutsche Fleischer-Verband aktuell bei seinen Mitgliedern durchgeführt hat, zeigt, dass die Personalsituation im Fleischerhandwerk weiterhin extrem angespannt ist. Ziemlich genau ein Viertel der Befragten gaben an, genau die richtige Menge an Personal zu haben. Rund 65% haben zu wenig Personal und nur 3% zu viel. 13% gaben an, zwar zu wenig Personal zu haben, derzeit aber nicht auf der Suche zu sein. Als Grund wurde insbesondere die Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung rund um das Virus angegeben. Rund 35% können trotz Personalmangel noch gut wirtschaften, während rund ein Viertel der Befragten bereits negative wirtschaftliche Auswirkungen aufgrund des Personalmangels verspürt. Existenzbedrohend ist der Arbeitskräftemangel für knapp mehr als 3%, während bei rund 21% der Unternehmen „nur“ Teilbereiche bedroht sind.

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Abb. 1: Personalsituation in den Betrieben des Fleischerhandwerks

Drei Viertel aller befragten Unternehmen, die angegeben haben, Personal zu suchen, halten derzeit Ausschau nach ausgebildetem und knapp über 40% nach ungelerntem Verkaufspersonal. Azubis für den Verkauf werden ebenfalls von über 50% der Betriebe gesucht. Bei den Azubis zum Fleischer oder zur Fleischerin ist der Anteil der suchenden Unternehmen mit knapp über 40% nur unwesentlich geringer. Das gleiche gilt für die ausgebildeten Fleischer. Hier suchen ebenfalls über 40% der Betriebe nach neuen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern. Personal für die Verwaltung wird nur von weniger als 10% der Fleischereien gesucht.

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Abb. 2: Personalsuche im Fleischerhandwerk

Personal, das in anderen Branchen aufgrund der Coronakrise freigesetzt wurde, konnte von 14% der Betriebe abgeworben werden. Damit konnten nur sehr wenige Betriebe die Krise nutzen, um ihr Personal aufzustocken. Die Ausbildungsquote ist bei den Betrieben des Fleischerhandwerks weiterhin hoch. Nur etwa ein Viertel der befragten Unternehmen gaben an, nicht auszubilden.

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Abb3.: Ausbildung in den Betrieben des Fleischerhandwerks

Um Mitarbeiter gewinnen zu können, werden an erster Stelle soziale Medien genutzt, direkt gefolgt von der Suche über das Arbeitsamt. Mit über 55% spielen die Suche über den Bekanntenkreis und die Anzeigen in der Zeitung weiterhin eine große Rolle. Etwas mehr als ein Drittel der Befragten nutzt Praktika, um junge Menschen mit den Berufen des Fleischerhandwerks vertraut zu machen. In die Schulen gehen mit rund 10% relativ wenige Fleischer. Auch eine Zusammenarbeit mit Schulen ist eher selten.

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https://www.fleischerhandwerk.de/

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