Maschinenbau drängt auf stärkeren Schutz vor unfairem Wettbewerb aus China

VDMA fordert entschlosseneres Vorgehen gegen unfaire Wettbewerbspraktiken aus China

Frankfurt am Main, Juli 2026 – Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) fordert von der Europäischen Union und der Bundesregierung ein deutlich entschlosseneres Vorgehen gegen Wettbewerbsverzerrungen durch chinesische Unternehmen. Hintergrund sind nach Ansicht des Verbandes zunehmende unfaire Handelspraktiken wie staatliche Subventionen, Dumpingpreise und Währungsmanipulationen, die europäische Hersteller zunehmend unter Druck setzen.

„Wir nehmen den Wettbewerb an. Wir benötigen einen wettbewerbsfähigen Standort. Wir verlangen fairen Wettbewerb“, betont VDMA-Präsident Bertram Kawlath. Der Verband unterstreicht, dass chinesische Unternehmen in den vergangenen Jahren technologisch deutlich aufgeholt hätten. Gleichzeitig dürften bestehende Wettbewerbsnachteile europäischer Unternehmen jedoch nicht durch staatlich begünstigte Marktverzerrungen weiter verschärft werden.

Ausgleichszölle schneller und wirksamer anwenden

Im Mittelpunkt des überarbeiteten China-Positionspapiers steht die Forderung nach einer effizienteren Handelsschutzpolitik. Nach Auffassung des VDMA sollte die Europäische Union künftig Ausgleichszölle nicht mehr ausschließlich für einzelne Produkte prüfen, sondern auf Ebene ganzer Warengruppen anwenden können, sofern ausreichende Hinweise auf unfaire Wettbewerbspraktiken vorliegen.

Dadurch könnten langwierige Verfahren deutlich beschleunigt werden. Aus Sicht des Verbandes reichen die bisherigen Instrumente nicht aus, um den zunehmenden Wettbewerbsdruck wirksam zu begrenzen. Gleichzeitig spricht sich der VDMA für eine Prüfung der Beweislastumkehr aus. Unternehmen aus China sollen künftig nachweisen müssen, dass sie nicht von wettbewerbsverzerrenden staatlichen Vorteilen profitieren, sofern entsprechende Indizien vorliegen.

Marktüberwachung soll deutlich verschärft werden

Neben handelspolitischen Maßnahmen fordert der Maschinen- und Anlagenbau eine wesentlich intensivere Marktüberwachung innerhalb der Europäischen Union. Nach Angaben des Verbandes gelangen weiterhin Maschinen aus Drittstaaten auf den europäischen Markt, die nicht den geltenden EU-Vorschriften entsprechen.

Um gleiche Wettbewerbsbedingungen sicherzustellen, schlägt der VDMA vor, Hersteller aus Drittstaaten bei entsprechenden Verstößen künftig zu einer verpflichtenden Vorabzertifizierung durch unabhängige Prüfstellen zu verpflichten. Verstöße gegen europäische Sicherheits- und Qualitätsvorgaben müssten konsequent verfolgt und sanktioniert werden.

Innovationskraft Europas stärken

Darüber hinaus fordert der Verband, Einnahmen aus handelspolitischen Schutzmaßnahmen gezielt für die Förderung technologischer Innovationen einzusetzen. Die Mittel sollten technologieoffen verwendet werden und gegebenenfalls auch Unternehmen unterstützen, die von möglichen Gegenmaßnahmen betroffener Staaten wirtschaftlich belastet werden.

Von pauschalen Importquoten oder allgemeinen Schutzzöllen gegenüber sämtlichen Drittstaaten rät der VDMA hingegen ab. Solche Maßnahmen würden nach Einschätzung des Verbandes auch Unternehmen treffen, die sich regelkonform am europäischen Wettbewerb beteiligen.

Signal auch für die Lebensmittel- und Fleischindustrie

Die Forderungen des VDMA reichen über den klassischen Maschinenbau hinaus. Auch Unternehmen der Lebensmittel- und Fleischindustrie beobachten die Entwicklungen aufmerksam, da zahlreiche Produktions-, Verpackungs- und Automatisierungslösungen aus dem internationalen Maschinenbau stammen. Faire Wettbewerbsbedingungen, einheitliche Sicherheitsstandards und verlässliche Marktregeln gelten daher als wichtige Voraussetzungen für Investitionen und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Lebensmittelwirtschaft.